Fütterung - Gaumenfreuden für ein langes Leben

 

                     

 

Die Fütterung der Meerschweinchen ist im Prinzip einfach.Heu und Wasser müssen unbeschränkt im Angebot sein.Grün - und Körnerfutter runden den Nahrungsplan ab.Ein Meerschweinchen nimmt am Tag 80 - 100 kleine Mahlzeiten zu sich,d.h. es ist fast völlig normal,denn der Verdauungstrakt dieser Nager ist so ausgelegt,dass sie ständig fressen müssen,um Verdauungsstörungen zu vermeiden.

Blinddarmkotpillen                                                              

Große Bedeutung haben die Blinddarmkotpillen,die von den Meerschweinchen periodisch aufgenommen werden.Sie sind besonders vitamin - und eiweißreich und werden vom Meerschweinchen direkt vom After geholt.

Heu

Das Heu sollte weder zu hart,starr oder holzig sein.Auch nicht modrig feucht oder stark verschmutzt und staubig.Zu hartes Heu verursacht nicht nur Verletzungen im Maul,sondern beeinträchtigt auch die Verwertung anderer Nahrungsbestandteile wie Eiweiß und Mineralien im Futter;es führt letzlich zu Skeletterkrankungen.Heu mit champignonähnlichem Geruch hat bereits Schimmelsporen angesetzt und darf nicht mehr verfüttert werden.Ein qualitativ gutes Heu zeichnet sich durch seine grüne Farbe,einem würzig frischen Kräuterduft aus,sollte nicht zu kurzfasrig sein und möglichst viele Kräuter enthalten.Heuraufen sind nicht dringend notwendig.Heu auf im Stall hängenden ungiftigen Zweigen oder verteilt auf Rinden und Häuschen regen zur Bewegung an.

Körnerfutter

Vom Körnerfutter sollte nach der Wachstumsphase sehr wenig gefüttert werden.Ein EL pro Tag reicht in der Regel aus.Erwachsene Tiere neigen zu Fettleibigkeit.Herzverfettung und eine Fettleber sind häufige Todesgründe bei " Liebhaberschweinchen ".Prüfen Sie regelmäßig wie es um Ihre Tiere steht.Ein Griff in die Achseln verrät wie es um die Fettpölsterchen steht.Größer als eine Haselnuss sollten sie dort nicht sein.Sie können Ihre Meerschweinchen auch regelmäßig wiegen.Das Normalgewicht liegt je nach Größe und Rasse zwischen 1000 g und 1400 g.Aber Vorsicht,die Verdauung ist,wie gesagt,das empfindlichste am Schweinchen,deshalb ist eine Diät in Form von Futterentzug bei ihnen lebensgefährlich.Sollen die Fettreserven schwinden,reicht die Rationierung des Körnerfutters.Geben Sie einfach eine Zeit lang nur einen TL.

Futterumstellung

Abrupte Futterumstellungen sind zu vermeiden.Neues Futter wird immer erst für eine Weile dem alten Futter untergemixt.Achten Sie auf komplett angegebene Nährstoffanalysen und Haltbarkeitsdatum.Nach drei Monaten schwinden Vitamine und Mineralien im Futter.Auch darf das Futter nicht pilzig oder moderig riechen.Motten in sämtlichen Entwicklungsstadien weisen auf eine unsachgemäße,meist zu warme Lagerung hin.Wenn Ihre Tiere sandig aussehende Beläge im Genitalbereich haben ( Nierengries ),oder beim Urinieren jammern ( sofort zum Tierarzt ),dann ist meist die Zusammensetzung des Futters nicht gut auf Meerschweinchen abgestimmt.Stellen sie trotzdem langsam auf ein anderes Futter um.Ganze Maiskörner oder Sonnenblumenkerne bleiben gerne mal an den Schneidezähnen hängen und sind deshalb nicht vom Vorteil.Gepresste Maiskörner und geschälte Sonnenblumenkerne sind vom Vorteil.Sie sind sehr energiereich und Sie brauchen von einem solchen Futter sicher nur sehr wenig füttern.Leider wird auch häufig Werbung für Luzerne gemacht.Zu viel Luzerne ( auch im Heu ) fördert aber die Nierensteinbildung und ist auch nicht empfehlenswert.Es gibt etliche andere Kräuter ( wie z.B. Spitzwegerich,Schafgarbe,Löwenzahn und Brennessel um nur die Bekanntesten zu nennen ) und vor allem Gräser ( wie z.B.Rispengras oder Wiesenschwingel ) die sehr viel verträglicher sind und die artgerechte Fütterung ermöglichen.

Meine Meerschweinchen bekommen dieses Hauptfutter

Hersteller :
www.union-mischfutter.de

UNION Cavia - Korn
Alleinfuttermittel für Meerschweinchen
Gehalte an Inhaltsstoffen :

20,5 % Rohprotein
3,3 % Rohfett
14,0 % Rohfaser
8,1 % Rohasche
1,0 % Calcium
0,5 % Phosphor
0,3 % Natrium

Gehalte an Zusatzstoffen :
21.000 i.E. Vitamin A
800 i.E. Vitamin D3
50 mg Vitamin E
13 mg Kupfer, BHT
4000 mg Vitamin C

Wichtige Vitamine      

Vitamin C hat eine wichtige Bedeutung in der Fütterung der Meerschweinchen.Da auch sie dieses Vitamin im Körper nicht speichern können,muss es ständig zugefüttert werden.Vor allem im Winter treten sonst nach wenigen Wochen erste Mangelerscheinungen auf. Einer Wassermenge von 300 ml kann 1 Messerspitze reines Ascorbin - Pulver ( Vitamin C,aus der Apotheke ) zugesetzt werden.Da Vitamin C aber an der Luft rasch an Wirksamkeit verliert ,kann es durch eine zusätzliche Zugabe von 2 Messerspitzen Zitronensäure ( Apotheke ) zum einen haltbarer gemacht werden und zum anderen fördert Zitronensäure auch noch die Verwertbarkeit des Vitamin C für den Körper.Multivitamin - Präparate sind bei gesunden Tieren überflüssig und auch nicht ganz ungefährlich, da es besonders bei den fettlöslichen Vitaminen wie A und D rasch zu Überdosierungen kommen kann. Außerdem sind sie meist im Kraftfutter zu genüge enthalten.  

Verträgliche Saftfuttersorten                

  Wiesengrün: Gras,Löwenzahn,Klee ( nach der Blüte ),Sauerampfer ( vor der Blüte ),Gänseblümchen,Spitz - und Breitwegerich,Vogelmiere,Huflattich, Gänsefingerkraut,Giersch,Wiesenknopf u.a.

 Gartenkräuter:  Petersilie ( wenig geben ! Große Mengen reizen Darm,Blase und Gebärmutter ),Borretsch,Kapuzinerkresse ( gesamte Pflanze ),Pfefferminz, Zitronenmelisse

 Tomaten

 Paprika ( sehr Vitamin C reich )

 Salatgurke

 Fenchel

 gekochte Kartoffeln ( keine rohen Schalen )

 Sellerie ( Knolle und Staude )

 Möhren ( auch Kraut )

 Kohlrabi ( Urin riecht streng dadurch )

 Chicoree

 Endivie

 Kopfsalat,Chinakohl ( wenig geben wegen hohem Nitratgehalt )

 Eisbergsalat ( enthält wenig Vitamine,kann manchmal zu Durchfällen führen )

 Rote Beete ( im Winter ebenfalls sehr nitrathaltig )

 Mais ( ganze Pflanze, nicht direkt vom Feld )

 Futter - Steck - und Zuckerrüben

 Spinat,Mangold ( wenig wegen Oxalsäure )

 Stielmus

 Zucchini

 Äpfel

 Banane ohne Schale

 Birne

 Melone ohne Schale

 Kiwi

 Orangen,Mandarinen,Grapefruit,Ananas,Kakteenfrüchte ( geschält )

 Weintrauben,Erdbeeren

 Sonnenblumen ( ganze Pflanze )

 Topinambur ( ganze Pflanze )

 Baumzweige zum knabbern: Haselnuss,Apfel,Birne,Pappel,Ahorn,Buche,Birke

Es müssen also keinesfalls die teuren und dickmachenden Leckerbissen sein,die von einigen Futtermittelherstellern angeboten werden.Die tägliche Saftfuttermenge sollte zwischen 80 g - 100 g liegen.Gewöhnen Sie die Tiere auch hier langsam an neue Sorten.

Fütterungsfehler - Das dürfen Sie auf keinen Fall füttern

 Grünzeug vom Straßenrand ( Autoabgase sind Gift,bleihaltig )

 Süßigkeiten aller Art,Salzgebäck

 gekochte Speisen ( Ausnahme Kartoffel ) sind gesundheitsschädlich

 Tiefkühlkost oder angefrorenes Futter

 Blähende Gemüse - u. Obstsorten wie z.B.:

Weißkraut,Rotkraut,Rettich,Wirsing,Erbsen,Blumenkohl,Zwiebeln,Schnittlauch

 rohe Kartoffeln ( Solanin ),Rhabarber und Sauerklee ( Oxalsäure )

 Aubergine,Avocado,Bohnen ( alles giftig )

 Nasser Klee oder junger Klee in größeren Mengen

 Rasenschnitt,besonders wenn er eine Weile gelegen hat ( gärt rasch )

 Zu viel vom ersten frischem Grün im Frühling

 Angeschimmeltes bzw. verschimmeltes oder ranziges Futter

 Mais und Rüben vom Feld eines unbekannten Bauern ( könnte frisch gedüngt oder gespritzt sein )

 

                                                                         

 

 

                                                                       

                                                   

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